20 Jun 2013
ARIZONA | (kms) - Wenn hinter Karl Mays Abenteuerromanen über den Apachen-Häuptling Winnetou und seinen Blutsbruder Old Shatterhand jemals eine wahre Geschichte steckte, muss sie im US-Bundesstaat Arizona gespielt haben. Und zwar im Gebirge des Chiricahua National Monument, im Südosten Arizonas nahe der Grenze zu New Mexiko. Dort gab es in der Zeit um 1870 eine außergewöhnliche Freundschaft zwischen dem Chiricahua-Apachen-Häuptling Cochise und einem Postreiter des legendären Pony Express namens Tom Jeffords. War dies etwa die Vorlage für die Winnetou-Romane des berühmten Karl May?
Wenn man sich die Geschichte von Häuptling Cochise und Tom Jeffords anhört, liegt dieser Verdacht nur allzu nahe. Ob es stimmt wird wohl ein ewiges Geheimnis des 1912 verstorbenen Schriftstellers aus dem Erzgebirge bleiben. Fakt ist, dass sich der Apachen-Häuptling Cochise in den Bergen des Chiricahua National Monument versteckte und von dort gegen die US-Armee und die Europäer kämpfte. Deshalb glich es seinerzeit einem Selbstmordkommando, als der Besitzer einer Poststation des Pony Express namens Tom Jeffords ins Territorium von Cochise ritt, um ihn zu bitten seine Postreiter zukünftig von Überfällen zu verschonen. Der Verlust der Reiter und der Post brachte ihn nämlich nahe an den Ruin. Anstatt ihn zu töten bewunderte der Indianerhäuptling aber Jeffords Mut und so entstand eine tiefe Freundschaft zwischen den Beiden. Diese enge Freundschaft gipfelte später in einem Friedensvertrag zwischen der US-Armee und den Indianern. War dies die wahre Vorlage für Karl Mays Winnetou?
Ohne Frage stößt man auf Mays Spuren, wenn man sich einmal auf eine Reise in den Süden Arizonas begibt. Tombstone heißt zum Beispiel die Westernstadt, in der sich seinerzeit die Größen des Wilden Westens Doc Holliday, Wyatt Earp und der McLaury Clan den legendären Shoot Out um 12 Uhr mittags lieferten. In Tombstone, das keine 50 km entfernt von der mexikanischen Grenze liegt, gibt es auch das Karl May Museum, welches dem deutschen Schriftsteller dort ein Denkmal setzt.
Ein Dorf, welches wie kaum ein anderes an die Mythen und Legenden des Wilden Westens erinnert ist Old Tucson in der Sonora-Wüste, 150 km südöstlich von Phoenix. Die 'Westernstadt" mit ihren Filmstudios bietet ihren Besuchern echtes Cowboy-Feeling hautnah. Sie diente in den 40ern als Kulisse für etliche Westernstreifen mit John Wayne und später auch als Filmset für die beliebte US-Serie 'Unsere kleine Farm" mit Michael Landon.
Ob Karl May diese Bilder beim Verfassen seiner Romane bereits im Hinterkopf hatte und ob er die Geschichte von der Freundschaft Jeffords und dem Häuptling Cochise wirklich kannte? Schließlich ist Karl May zwar in den USA, nie aber selbst in Arizona gewesen. Am Besten begibt man sich einmal selbst auf die Spuren von Karl May. Bei einer Reise in den Süden Arizonas - den echten Wilden Westen.
Weitere Informationen unter: www.cityoftombstone.com oder www.oldtucson.com