11 Jul 2016
Die Komponistin Natalija Marchenkova Frei und der Musiker Karl Schimke realisieren ein Konzert der Kirchenglocken in der Stadt St.Gallen. Am 21. August 2016 erklingen mittels ausgefeilter Technik und mit der Unterstützung zahlreicher Freiwilliger 35 Minuten lang 118 Glocken von 29 Kirchtürmen. An einem zentralen Hörort ist die Musik koordiniert zu hören, an jedem anderen Punkt in der Stadt eine Variation davon. In Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden St.Gallens und der WirkRaumKirche entsteht ein Konzert, das sowohl den ökumenischen Gedanken pflegt als auch die Kulturgüter der Stadt St.Gallen herausstellt.
Die Vision der beiden Initiatoren entstand vor langer Zeit, ausgelöst durch den Klang von Kirchenglocken an entgegengesetzten Orten der Welt. Die Russin Natalija Marchenkova Frei hörte Glocken in Moskau, der Amerikaner Karl Schimke wurde vom Geläut der Kirchenglocken in Straßburg bei seiner Ankunft in Europa nachhaltig beeindruckt. Beide sind inzwischen seit vielen Jahren in St.Gallen wohnhaft und haben sich für die Umsetzung der Idee zusammengetan. 118 Glocken von 29 Kirchtürmen der Stadt St.Gallen werden am 21. August in einem inszenierten Anschlagen von Karl Schimke und im Anschluss in einer neoromantischen Komposition von Natalija Marchenkova Frei strukturiert erklingen.
Damit der Klang der bis zu 16 Kilometer auseinander liegenden Kirchenglocken am zentralen Hörort beim Bubenweier koordiniert erklingt, ist eine ausgefeilte Technik notwendig. Denn nicht nur die Distanzen, sondern auch die Wetterbedingungen und die Reaktionszeit der Menschen, die die Glocken schlagen, hat Einfluss auf die Dauer des Schalls. Alle Komponenten werden von den Programmierungsspezialisten der Softwarefirma Namics AG und den Experten für Glockensteuerung der Muff Kirchenturmtechnik AG berechnet und fliessen in die Entwicklung einer eigens für das Konzert konzipierten Steuerungssoftware ein.
Das Konzert-Projekt «Zusammenklang» ist ein weltweit einzigartiges künstlerisches Projekt. Noch nie wurden in einer Stadt alle Kirchenglocken «orchestriert» zum Klingen gebracht. Für die Initiatoren hat das Projekt zudem eine gesellschaftliche und spirituelle Ebene. Nur durch die konfessionsübergreifende Zusammenarbeit aller Quartiere und Kirchen der Stadt, kann das Projekt gelingen.
21. AUGUST 2016 14.35–15.10 UHR ST.GALLEN, SCHWEIZ Medienkontakt: Ann Katrin Cooper presse@zusammenklang.ch +41 78 8662933 | www.zusammenklang.com