21 Jun 2016
Tags: Theater, Theater St.Gallen, Le Cid, Oper, Festspiele, Festspiele St.Gallen
Die 11. St.Galler Festspiele präsentieren vom 24. Juni bis 8. Juli Jules Massenets monumentales Opernmeisterwerk Le Cid vor der einzigartigen Kulisse des UNESCO-Weltkulturerbes. Jules Massenets Grand opéra führt auf die Iberische Halbinsel in die Zeit von El Cid, dem spanischen Ritter der Reconquista. Regisseur Guy Joosten und Bühnenbildner Alfons Flores haben gemeinsam mit Videokünstler Franc Aleu für die Openair-Inszenierung auf dem St.Galler Klosterhof eine einzigartige Raumgestaltung entwickelt, die die Fassade der Kathedrale neu erstrahlen lässt. Stefano La Colla, der zuletzt als Cavaradossi in Tosca auf der St.Galler Bühne zu erleben war, singt die Partie des Ritters Rodrigue. Die amerikanische Sopranistin Mary Elizabeth Williams, die in dieser Spielzeit auch als Lady Macbeth am Theater St.Gallen auf der Bühne stand, interpretiert die Chimène.
In der Oper Le Cid verkündet die Erscheinung des spanischen Schutzheiligen St. Jakob Ritter Rodrigue den Sieg gegen die Mauren. Die Kathedrale und der St. Galler Klosterhof gehören zu den wichtigen Pilgerstätten auf dem legendären Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Der Platz ist also geradezu prädestiniert für die Aufführung dieser Oper. Zusammen mit Lichtgestalter Marco Filibeck, Videokünstler Franc Aleu und Bühnenbildner Alfons Flores bezieht Regisseur Guy Joosten die Stiftskirche als zentrales Element in seine Inszenierung mit ein. Neben ihrer atmosphärischen Funktion gestalten Aleus aussergewöhnliche Projektionen Szenen- und Ortswechsel der Oper und lassen die Kathedrale gar für einen kurzen Moment verschwinden.
Mit seiner historischen Vorlage, dem unerschrockenen skrupellosen Cid, der zur Zeit der sogenannten spanischen Reconquista im Kampf gegen die Mauren immer wieder die Seiten wechselte und erst später zum nationalen Mythos überhöht wurde, hat die Titelfigur Rodrigue in Jules Massenets 1885 uraufgeführter französischen Grand opéra Le Cid nicht viel gemein. Vorlage war der tugendhafte Ritter aus Pierre Corneilles gleichnamiger Tragödie. Dort wie auch in der Oper muss er sich zwischen seiner Liebe zu Chimène und der Verteidigung der Familienehre entscheiden. Zwischen den Familien der Diègues und Gormas sowie der des Königs entbrennt ein Machtkampf der Väter, dem die nachfolgende Generation geopfert zu werden droht.
Mit dem neuen Premiumsektor bieten die St.Galler Festspiele Ihren Zuschauerinnen und Zuschauern in diesem Jahr mehr Sitzkomfort und Beinfreiheit während der Opernaufführung.
Datum Freitag, 24. Juni 2016
Zeit 21 Uhr
Ort Klosterhof
Musikalische Leitung Modestas Pitrėnas
Inszenierung Guy Joosten
Bühne Alfons Flores
Kostüme Eva Krämer
Video Franc Aleu
Licht Marco Filibeck
Choreinstudierung Michael Vogel
Dramaturgie Marion Ammicht
Chimène Mary Elizabeth Williams | Jennifer Maines
Rodrigue Stefano La Colla | Derek Taylor
Don Diègue Levente Páll
L'Infante Evelyn Pollock | Magdalena Risberg
Le Roi Tomislav Lucic
Le Comte de Gormas Kevin Short
Don Alonzo ǀ Saint Jaques I David Maze
Maurischer Gesandter
Don Arias Nik Kevin Koch
Chor des Theaters St.Gallen I Opernchor St.Gallen I Theaterchor Winterthur I Prager Philharmonischer Chor I Statisterie des Theaters St.Gallen
Sinfonieorchester St.Gallen
Weitere Vorstellungen
25., 28. Juni, 1. 2., 6. und 8. Juli, jeweils 21 Uhr (2 Stunden ohne Pause)