07 Feb 2022
Handwerkskunst vom Feinsten – Sachsens Manufakturgeschichte ist facettenreich
Weltbekannt, hochgeschätzt und sehr lebendig: Seltene und traditionelle Handwerkskünste haben in Sachsen ihren Ursprung. Sie werden seit Generationen in Manufakturen weitergelebt. Kreative Köpfe arbeiten mit innovativen Ideen, geschickten Händen und viel Herzblut daran, dieses einmalige kulturelle Erbe zu bewahren und fortzuführen. Bei einem Blick über die Schultern der Meister entsteht eines auf jeden Fall: Staunen!
Nussknacker, Räuchermännchen & Co.
Schnitzen und Drechseln haben im Erzgebirge eine lange Tradition. Am bekanntesten sind heute die Nussknacker, Räuchermännchen oder Engel. Sie sind Teil des UNESCO-Welterbes „Montanregion Erzgebirge Krušnohoří“. Die Tradition der erzgebirgischen Holzkunst wird heute von rund 1.600 Handwerksbetrieben fortgeführt. Eine Besonderheit ist das Reifendrehen. Das gibt es nur noch in Seiffen, dem Spielzeugdorf: Aus einem Baumstamm entstehen Reifen, die in unglaublicher Präzisionsarbeit beim Drehen das Relief eines Tieres erhalten. Schließlich werden scheibchenweise Tiere aller Art abgeschnitten, mit geübten Händen geschnitzt und feinen Pinseln bemalt. Weil sie aus einem Reifen geboren werden, nennt man sie Reifentiere. Diese Kunst wird in der Schauwerkstatt des Freilichtmuseums Seiffen vorgeführt.
Zeit – Kostbares Gut
Glashütte! Das kleine Städtchen rund 30 Kilometer südlich von Dresden genießt Kultstatus unter Uhrmachern und Uhrenliebhabern. Bereits seit 1878 wird hier höchste Uhrmacherkunst mit außergewöhnlicher Liebe zum Detail zelebriert. Was dabei herauskommt, ist in aller Welt begehrt: luxuriöse Zeitmesser, individuell gestaltet und geprägt von sächsischen Werten wie Qualität, Präzision und Zuverlässigkeit. Seit 175 Jahren ist Glashütte ein bedeutendes Zentrum deutscher Uhrmacherkunst und einer der spannendsten Schauplätze deutscher Wirtschaftsgeschichte. Das Deutsche Uhrenmuseum Glashütte im Herzen der Stadt, das einst die Deutsche Uhrmacherschule beherbergte, dreht die Zeiger zurück und tickt in der Gegenwart. Viele der Ausstellungsstücke sind weltweit einmalig.
Einfach Spitze
Das Vogtland steht auch für feinsten „Zwirn“. In Plauen fertigen über 30 Handwerksbetriebe die berühmte Plauener Spitze. Die filigranen Stickereien sind untrennbar mit der Stadt verbunden. Einzigartige Begegnungen mit der Geschichte der Plauener Spitze sind im Deutschen Spitzenmuseum in Plauen möglich. Wer will, kann hier sogar sein Spitzendiplom ablegen.
Wo der Himmel voller Geigen hängt
Im Musikwinkel Markneukirchen – Schöneck – Klingenthal werden seit mehr als 350 Jahren Musikinstrumente aller Art aus Holz und Blech in Handarbeit gefertigt – meist in kleinen Handwerksbetrieben. Sie prägen den Ruf des Vogtlands als klingende Ferienregion. Die Fähigkeit, nahezu alle zu einem Orchester gehörenden Instrumente herstellen zu können und die hohe Konzentration der Musikinstrumentenbauer in einer Region ist weltweit einmalig. Das Handwerk zählt zum immateriellen Kulturerbe, das heute noch von rund 100 Manufakturen klangvoll am Leben erhalten wird. In Markneukirchen, wo die Wiege des Geigenbaus in Deutschland steht, gibt das Musikinstrumentenmuseum einen guten Überblick über die Geschichte dieses virtuosen Handwerks seit seiner Gründung 1677. Einen exklusiven Blick hinter die Kulissen liefert die Erlebniswelt Musikinstrumentenbau. Ein Besuch gehört hier zum guten Ton.
Die gekreuzten Schwerter – Ältestes Markenzeichen der Welt
Es wird verschenkt, vererbt, gesammelt und verehrt: Meissener Porzellan. Die Gekreuzten Schwerter gelten als ältestes eingetragenes Warenzeichen weltweit. In diesem Jahr begehen sie ihren 300. Geburtstag. Weiße Tonerde, das Kaolin, ist der Schlüssel zu der signifikanten Strahlkraft des Meissener Porzellans. Am besten kommt man dem Geheimnis des „Weißen Goldes“ in der Erlebniswelt „HAUS MEISSEN“ auf die Spur. Ganz besonders intensiv erfahrbar ist das Kulturgut Meissener Porzellan in den Produktionsräumen der Manufaktur. Mit der „manufakTOUR“ erleben Gäste live die kunsthandwerkliche Entstehung des Porzellans -vom Kaolin aus dem eigenen Bergwerk über die Porzellanmalerei bis zum „ofenfrischen“ Markenprodukt.
Der Herrnhuter Stern – Ursprung aller Weihnachtssterne
Er ist der Star am Weihnachtshimmel, besitzt 25 große Zacken und kommt aus dem ostsächsischen Herrnhut: Der Herrnhuter Stern. Vor mehr als 160 Jahren wurde das dreidimensionale Kunstwerk in der Herrnhuter Sterne-Manufaktur aus Papier und Pappe kreiert. In seiner Heimatstadt, der Brüdergemeine Herrnhut in der Oberlausitz, leuchtet er an 365 Tagen im Jahr. In der Schauwerkstatt der Manufaktur können die Besucher mit ihren Augen seine filigrane Herstellung beobachten und zusehen, wie er mit viel Fingerspitzengefühl entsteht. Übrigens: Für die Brüdergemeine Herrnhut wird das Jahr 2022 als 300. Gründungsjahr in die Geschichtsbücher eingehen. Und natürlich leuchten aus diesem Anlass 1000 Sterne.
Apropos Jubiläen – Sachsen feiert 2022 noch andere Stars
Sachsen überrascht Jahr für Jahr aufs Neue mit spannenden Neuigkeiten im gut gefüllten Veranstaltungskalender. Ein besonderes Ereignis im Erzgebirge ist die Sonderausstellung „Kurfürst mit Weitblick – Das Leben und Wirken von Landesvater August von Sachsen“ vom 30. April bis zum 6. November auf Schloss Augustusburg anlässlich ihres 450. Geburtstages. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden widmen dem einstigen Hofmaler Bernardo Bellotto zum 300. Geburtstag eine Sonderausstellung.
Weitere Veranstaltungshöhepunkte 2022 sind unter anderem die Dresdner Musikfestspiele (10.05.-12.06.), das 50. Internationale Dixieland Festival Dresden (15.-22.05.), das Internationale Wave-Gotik-Treffen Leipzig (3.-6.06.), das Bachfest Leipzig (10.-19.06.), „WAGNER 22“ der Oper Leipzig (20.6.-14.7.), die Mendelssohn-Festtage (31.10. – 6.11.), das 30. Moritzburg-Festival (6.-21.08.) und die Landesgartenschau Sachsen Torgau (23.4.-9.10.).
Weitere Informationen: Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH, Bautzner Str. 45-47, 01099 Dresden, Telefon (0351) 49 17 0-0, E-Mail: info@sachsen-tour.de, www.sachsen-tourismus.de