25 Feb 2013
Sie reiten Wildpferde ohne Sattel und packen Stiere bei den Hörnern: Mehr als 600 Cowboys und Cowgirls zeigen vom 18. bis zum 26. Februar 2013 beim Tucson Rodeo in Arizona ihr Können. Die Veranstaltung fand bereits im Jahr 1925 zum ersten Mal statt und gilt heute als einer der Top-Wettbewerbe im professionellen Rodeo. In diesem Jahr kämpfen die Reiter um ein Preisgeld in Höhe von 340.000 Euro. Organisiert wird die Veranstaltung im Süden des US-Bundesstaats vom Verband professioneller Rodeoreiter, sechs Disziplinen stehen auf dem Programm: Reiten von Wildpferden mit und ohne Sattel, Bullenreiten, Tonnenrennen, Stierwrestling und Kälberfangen. Die zwölf besten Cowboys und Cowgirls treten im Finale am 26. Februar gegeneinander an.
Höhepunkt des Rodeos ist neben den Wettbewerben die Parade, laut Veranstaltern die längste nicht-motorisierte der Welt. Am 21. Februar ziehen ab 9 Uhr mehr als 150 Festwagen und Einspänner sowie zahlreiche Blaskapellen und Tanzgruppen durch die Stadt. Mehr als 200.000 Zuschauer werden erwartet. Kinder haben sogar schulfrei, damit sie bei der Parade dabei sein können. Wer die Show dennoch verpasst, kann sich die Gefährte im Tucson Rodeo Parade Museum anschauen. 150 Wagen sind zu sehen, darunter auch die Kutsche aus der Westernkomödie 'Das war Roy Bean" mit Paul Newman in der Hauptrolle.
Die Geschichte von Rodeo und Parade geht auf das Jahr 1925 zurück: Auf dem Weg zu einem Polofeld führte Leighton Kramer, Präsident der Polo-Verbandes von Arizona, Cowboys aus der Gegend, Kunstreiter, Tänzer und Blaskapellen durch Tucsons Zentrum. Auf dem Feld fand schließlich das erste Rodeo statt - vor ausverkauften Rängen. Die Teilnehmer traten in vier Disziplinen gegeneinander an: Reiten von Wildpferden mit Sattel, Stierwrestling, Kälber- und Bullenfangen. Zu den Höhepunkten gehörte außerdem ein Rennen von Wildpferden.
Die Wurzeln des Rodeos reichen aber weiter zurück. Das erste Rodeo in der Gegend wurde von spanischen Siedlern im Jahr 1775 veranstaltet. Damals gab es keinen Stacheldraht, der große Rinderherden verschiedener Besitzer voneinander trennte, also mussten die Tiere von Reitern auf freiem Feld zusammengetrieben werden. Für die Rinderzüchter bot das Rodeo eine gute Gelegenheit, den Viehbestand zu inspizieren. Gleichzeitig diente es als Familientreffen mit Musik, Tanz und gutem Essen. Ursprünglich stammt die Sportart Rodeo aus Brasilien. Das Wort kommt vom spanischen/portugiesischen 'rodear", was so viel wie 'umrunden" bedeutet.
Weitere Informationen unter www.tucsonrodeo.com oder www.tucsonrodeoparade.org.