15 Feb 2019
Tags: Pressemitteilun, Sachsen, TMGS, Architektur, Reise
Jeder kennt die weltbekannten Bauten wie die Frauenkirche, den Zwinger und die Semperoper, manche wissen um elegante Dorfkirchen im Erzgebirge und malerisch in Obstwiesen gesetzte Umgebindehäuser in der Oberlausitz. Stimmungsvolle Stadtbilder von Leipzig bis Görlitz, von Zwickau bis Zittau, von Torgau bis Meißen machen Geschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart spürbar. Industriearchitektur in Chemnitz unter anderem mit dem Gebäude des heutigen Sächsischen Industriemuseums und Leipzig mit der alten Baumwollspinnerei zeugen von der großen Industriegeschichte Sachsens. Und Architekturinteressierte begegnen einem reichen Erbe der klassischen Moderne in der Architektur, der Kunst und im Design. Von der Gotik, Renaissance und Barock über den Jugendstil bis zum Neuen Bauen: markante Sehenswürdigkeiten machen ein Jahrtausend Architekturgeschichte erlebbar.
Höhepunkte der mittelalterlichen Baukunst
Sie befinden sich in vielen namhaften Städten, sind filigran, hochstrebend und mit spitzen Bögen versehen – gotische Kirchen und Dome. Wie die berühmte Goldene Pforte am Freiberger Dom. Diese macht ihre unvergleichliche Synthese von Architektur und exquisiter Bauplastik zu einem absoluten Höhepunkt mittelalterlicher Kunst. Hinzu kommt der Dom selbst. Neben der bemerkenswerten hochgotischen Hallenarchitektur fallen besonders die sogenannte Tulpenkanzel von 1505 mit ihrer fantasievollen Gestaltung und die reich mit Bildern geschmückte „Bergmannskanzel“ von 1638 ins Auge. Ebenso sehenswert ist der einstige Chorraum, Grablege für neun protestantische Sachsenfürsten. Auf dem Hauptsims halten in 12 Metern Höhe 34 Engel Musikinstrumente in den Händen, der Großteil originale Renaissance-Instrumente. Eine Besonderheit ist ebenso der Dom St. Petri in Bautzen, erste Simultankirche Deutschlands. So ist der Chor für den katholischen und für den evangelischen Gottesdienst bestimmt. An der Elbe ist das Ensemble von Albrechtsburg und Dom der Stadt Meißen weithin sichtbar. Die Kirche gilt als einer der stilreinsten deutsch-gotischen Dome. Er verfügt über eine der reichsten und wertvollsten Ausstattungen sächsischer Kirchen. Der Weg nach Meißen lohnt sich darüber hinaus auch wegen der Spaziergänge durch geschlossen erhaltene Altstadtgassen mit prächtigen Bürgerhäusern, über den weiten Marktplatz, am Rathaus und an der Frauenkirche vorbei. Und auch der Blick in erzgebirgische Städte wie Annaberg-Buchholz mit der Annenkirche samt kostbarem Bergaltar und Schneeberg mit der Kirche St. Wolfgang und einem echten Cranach über dem Altar lohnt sich.
Der Renaissance-Glanz
Die Stadt Torgau gilt als die schönste Renaissancestadt Sachsens. Schloss Hartenfels ist gar das älteste Renaissanceschloss Deutschlands. Seine Kirche wurde einst von Martin Luther geweiht. Die Elbe aufwärts, entwickelte sich Dresden unter Kurfürst August von Sachsen, nicht mit August dem Starken zu verwechseln, zu einer prächtigen Renaissance-Stadt. Das Residenzschloss ist eine Augenweide. Der Schlosshof, reich an Sgraffito- Malereien von italienischen Künstlern, bildet einen Glanzpunkt. Angrenzende Bauten wie der Renaissance-Stallhof mit seinen langen Arkadengängen zeugen ebenfalls vom glanzvollen Dresdner Hof. Die 1945 zerstörten, heute größtenteils wunderschön restaurierten Räume beherbergen Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, wie das Historische und das Neue Grüne Gewölbe und die Rüstkammer. Besucher entdecken hier den umfangreichsten Schatz an Kunst aus der Reformations- und Renaissancezeit. Im September werden die Paraderäume sächsischer Kurfürsten neu eröffnet.
Der Zauber des Barock
Das wohl strahlendste Juwel des Dresdner Barock ist der Dresdner Zwinger. Architekten waren Matthäus Daniel Pöppelmann mit dem Bildhauer Balthasar Permoser. Sinnlich, verführerisch und elegant gruppieren sich die Gebäude um einen großen Gartenhof, in dem heute wieder wie damals Orangenbäumchen blühen. Kuppelbekrönte Pavillons verbinden sich mit lang gestreckten Galerieflügeln, die immer wieder mit reizvollen Details überraschen. Bauherr Friedrich August I., alias August der Starke und sein Nachfolger, Friedrich August II., förderten Architektur und Bildende Künste auf höchstem Niveau und machten Dresden zum Anziehungspunkt für Künstler aus dem In- und Ausland, deren Werke zusammen mit umfangreichen Ankäufen, wie Raphaels „Sixtinische Madonna“, den Grundstock der heute weltbekannten Kunstsammlungen bildeten. Die historischen Räume im Semperbau des Zwingers eröffnen nach ihrer Generalsanierung im Dezember neu. Die sächsischen Könige haben das Land auch mit Wehrfestungen, Jagdschlösschen und Lustvillen überzogen. Namhafte Vertreter sind Schloss und Park Moritzburg, Schloss und Park Pillnitz, Schloss Wackerbarth in Radebeul und der Schlossgarten in Weesenstein. Die wohl beeindruckendste Festungsanlage ist die Festung Königstein. Eines der großartigsten Beispiele der deutschen Gartenbaukunst des 19. Jahrhunderts hinterließ jedoch Hermann Fürst Pückler Muskau. Heute zählt der Pückler-Park samt Schloss zum UNESCO-Welterbe.
Semperoper und Leipzig: Paradebeispiele des Historismus
Kenner wissen, dass die Dresdner Semperoper von Gottfried Semper am Theaterplatz ein Paradebeispiel für den Historischen Historismus ist. Ihre markante Fassade und der hoch aufragende Balkon, die schmucken Treppenhäuser, Umgänge und der Zuschauersaal machen das Dresdner Opernhaus zu einem der eindrucksvollsten Beispiele der Theaterarchitektur überhaupt. Und wussten Sie, dass sich Leipzig als die architektonische Hauptstadt des deutschen Historismus bezeichnet? 10.000 der über 15.600 Kulturdenkmale Leipzigs gehören der Gründerzeit an. Zu nennen sind das Neue Rathaus, das ehemalige Reichsgericht und die Universitätsbibliothek, aber auch Bahnhöfe, monumentale Kirchen, Schulen und Banken, und nicht zu vergessen das Völkerschlachtdenkmal, größter Denkmalbau Europas. An den architektonisch beeindruckenden Messepalästen wie dem Städtischen Kaufhaus, dem Handelshof, der Mädler Passage oder Specks Hof, sind Wirtschaftskraft und Bürgerstolz Leipzigs als Stadt der ersten Mustermesse 1895 ablesbar. Das geschlossene System an innerstädtischen Passagen und Durchgangshöfen ist einzigartig in Deutschland – perfekt geeignet zum Shopping.
Sachsen hat Jugendstil
Wer Jugendstil in reinster Form sucht, reist am besten nach Chemnitz. Während Industriedenkmäler wie die einstige Werkzeugmaschinenfabrik der Gebrüder Escher, heute Sächsisches Industriemuseum, die wirtschaftliche Blüte des 19. Jahrhunderts dokumentieren, ist der Chemnitzer Kaßberg ein besonderes Vermächtnis aus dem 20. Jahrhundert. Er zählt zu einem der größten zusammenhängenden und aufwändig sanierten Gründerzeit- und Jugendstilviertel Europas. Es ist das Nobelviertel der Stadt und doch ohne Überschwang, zurückhaltend und wohlproportioniert. Von orientalischer Üppigkeit hingegen zeugt das so genannte Majolikahaus in der Barbarossastraße mit seinen glasierten Tontafeln. Ganz anders ist jenes international bedeutende architektonische Denkmal, in dem sich die streng lineare Ausformung des Jugendstils sehr rein verkörpert: die Villa Esche – einst Wohnhaus der Textilunternehmerfamilie Esche, erbaut 1903 vom belgischen Architekten und Künstler Henry van de Velde. Es gilt als Gesamtkunstwerk europäischen Ranges. Das wohl schönste Jugendstil-Warenhaus Deutschlands befindet sich im ostsächsischen Görlitz. Es ist das einzige seiner Epoche, das noch heute in seiner ursprünglichen bautechnischen Form existiert.
Bauhaus-Erbe und Ikonen der klassischen Moderne
Wer Sachsen mit Blick auf diese Epoche der Aufbruchsstimmung besucht, entdeckt manche Besonderheit. Zum Beispiel die erste Gartenstadt Deutschlands, Hellerau, Produkt der Deutschen Werkstätten für Handwerkskunst, mit dem Festspielhaus Hellerau. Ein Spaziergang durch diesen Dresdner Stadtteil mit seinen kleinen, von hübschen Vorgärten gesäumten Häuschen, öffnet heute den Blick für den zweckmäßig gestalteten Lebens-und Arbeitsraum dieser Zeit. Das frühere Kaufhaus Schocken in Chemnitz,1930 erbaut von Star-Architekt Erich Mendelsohn, beherbergt heute das Staatliche Museum für Archäologie. Das Wohnhaus Schminke in Löbau hingegen ist ein herausragendes Beispiel der „organischen Moderne“. Erbaut von Hans Scharoun, fehlt es in keinem Architektur-Lexikon. Man kann es besichtigen, darin feiern und übernachten. Ganz andere Akzente setzt im Oberlausitzer Niesky das Konrad-Wachsmann-Haus – eine Art Fertigteil-Holzhaus – schnell zu errichten und kostengünstig. Gern besuchen Gäste auch das Leipziger Grassimuseum für Angewandte Kunst und das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden.
Wiederaufbau und DDR-Moderne
Nach schweren Kriegszerstörungen begann ein mühsamer Wiederaufbau der großen Städte, teilweise in glanzvollen Rekonstruktionsleistungen, aber auch in programmatischer Abkehr von historischer Bausubstanz. Und dennoch sind auch diese Leistungen heute Teil des historischen Erbes, seien es der Altmarkt und die Prager Straße in Dresden, die moderne Stadtlandschaft in Chemnitz oder das ehemalige Universitätshochhaus, die Oper und das Gewandhaus in Leipzig. Die städtebauliche Gegenwart gestaltet sich nicht minder vielschichtig. Engagierte denkmalpflegerische Arbeit zeigt sich am Dresdner Neumarkt im Wiederaufbau eines zerstörten historischen Stadtbildes. Vielfältige Kreativität und Innovation bilden die zweite Facette heutigen Architekturgeschehens in Sachsen. Beispiele sind die Gläserne Manufaktur von Volkswagen oder das Militärhistorische Museum in Dresden mit seinem markanten Keil von Daniel Libeskind in der historischen Bausubstanz, das neue Paulinum, das Porsche-Werk und das Museum für Bildende Künste in Leipzig, das Kaufhaus Galerie Roter Turm in Chemnitz und viele mehr.
Tipp: Görlitz als städtebauliches Gesamtkunstwerk
Auf wenigen Hundert Metern lassen sich in Görlitz in Ostsachsen Schätze aus mehr als einem halben Jahrtausend europäischer Architekturgeschichte entdecken. Mit Bauwerken der Spätgotik, der Renaissance, des Barock und des Jugendstils gilt Görlitz daher heute als städtebauliches Gesamtkunstwerk. Dabei kommt der Stadt zugute, dass sie im Zweiten Weltkrieg komplett erhalten blieb. Insbesondere die Häuser in der Altstadt faszinieren mit ihren reich verzierten Fassaden, kunstvollen Gewölben und bemalten Decken aus den verschiedenen Epochen. Nirgendwo in Deutschland ist eine derartige Dichte aufwändig restaurierter Baudenkmäler zu finden: insgesamt sollen es 4.000 historische Gebäude sein.
Ein Muss für Gäste mit Vorliebe für Architektur in Sachsen
Die Broschüre „Architekturlandschaft Sachsen“ stellt mit ihrem Überblick und den zahlreichen vertiefenden Blicken das überaus reiche Architekturerbe Sachsens vor und lädt zu immer neuen Entdeckungsreisen durch diese faszinierende Kulturlandschaft ein. Als dritter Teil komplettiert er die hochwertige Broschüren-Reihe zu den in Deutschland einzigartigen Hotspots aus über 1.000 Jahren Kulturgeschichte mit den Themen Musik, Kunst und Architektur. Alle Broschüren gibt es auch in englischer Sprache. Sie können kostenfrei bei der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen online unter www.visitsaxony.com bestellt werden.
Kontakt: Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH, Bautzner Straße 45 / 47, 01099 Dresden, Tel.:0351-49170-0, Fax: 0351-4969306, info@sachsen-tour.de, www.visitsaxony.com, www.facebook.com/SaxonyTourism, www.instagram.com/SaxonyTourism