24 May 2016
500 Jahre Reformation in St.Gallen

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St. Gallen-Bodensee Tourismus

Die Reformation in St.Gallen – ein Rundgang durch Vadians Stadt

Vor 500 Jahren nahm die Reformation – ausgelöst durch

Martin Luthers Thesenanschlag in Wittenberg – ihren Anfang.

Luthers Ideen fanden den Weg auch in die Ostschweiz. Die

Reformation hat St.Gallens Geschichte entscheidend und langfristig

geprägt. Wichtig für die Einführung und Verankerung des

reformierten Glaubens in St.Gallen war Joachim von Watt,

genannt Vadian (1484–1551). Er entstammte einer bedeutenden

Politiker- und Handelsfamilie. Nach Studien in Wien kehrte er

1518 in seine Heimatstadt zurück. Zuerst war er Ratsherr,

dann stand er der Stadt über 25 Jahre im üblichen Dreijahresturnus

als Bürgermeister vor. Als Humanist pflegte er intensiven

brieflichen Austausch mit anderen Gelehrten im ganzen deutschsprachigen

Raum, unter anderem über die Reformation.

 

Früh reformiert

Als eine der ersten eidgenössischen Städte trat St.Gallen, damals

eine Stadt mit rund 4'000 bis 5'000 Einwohnern, zur Reformation

über. In St.Gallen hatte dieser Schritt eine grosse politische

Bedeutung. Die Stadt gehörte nämlich über Jahrhunderte

zum Untertanengebiet des in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft

liegenden Klosters St.Gallen und hatte sich in einem langen

Prozess von dessen Herrschaft weitgehend emanzipiert. Nach der

Reformation konnte sich die Stadt dann 1566 vollständig vom

Kloster lösen.

 

Prägende Köpfe

Nicht nur Vadian diskutierte vor Ort sowie in Briefen mit

befreundeten Geistlichen biblische Texte. Eine wichtige Rolle für

die Verbreitung der Reformation in der Bevölkerung spielte

der St.Galler Johannes Kessler (1502/3–1574). Er hatte in Basel

und Wittenberg studiert und dabei auch Luther kennengelernt.

Seinen Lebensunterhalt verdiente Kessler als Sattler; bekannt

wurde er jedoch durch seine «Lesinen», seine Bibelauslegungen.

Zuerst in Privaträumen und später auch in der

Kirche diskutierte er die Bibel mit der Stadtbevölkerung.

Offenbar hatte er ein Gespür für die Leute und konnte sie mit

seinen Reden fesseln.

 

(Text gemäss Reformationsfyler)

 

Dies ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt St.Gallen, der Ortsbürgergemeinde St.Gallen, St.Gallen 500 Jahre Reformation sowie St.Gallen-Bodensee Tourismus.

 

Fragen richten sie bitte direkt an Herrn Tobias Treichler, tobias.treichler@st.gallen-bodensee.ch