02 Feb 2012
Mit einem Festjahr gedenkt die Allgäuer Gemeinde Schwangau ihres Schutzpatrons, St. Coloman. Die Veranstaltungsreihe beginnt am Pfingstwochenende mit dem Gelöbnistag am Samstag, den 26. Mai und dem Festgottesdienst am Sonntag, den 27. Mai. Im Jahresverlauf folgen Konzerte, Kirchenführungen, Vorträge und Wallfahrten. Abschließen den Höhepunkt bildet das Colomansfest am Sonntag, den 14. Oktober mit dem traditionellen Pferdeumritt. Es gilt als eines der bedeutendsten bayerischen Brauchtumsfeste und wird alljährlich am zweiten Oktobersonntag gefeiert.
Vom Pilger zum Schutzpatron
Vor genau 1000 Jahren soll der Pilger Coloman auf seinem Weg ins Heilige Land an einem Brunnen auf Schwangauer Flur gerastet und das Vieh gehütet haben. Berichten zufolge wurde er an der Donau bei Stockerau der feindlichen Spionage verdächtigt und am 17. Juli 1012 unschuldig gehängt. Nicht lange und an seiner Todesstätte stellten sich Wunder und Heilungen ein und seine Verehrung verbreitete sich auch in Bayern. Der Sarkophag Colomans, der jahrhundertelang österreichischer Landespatron war, ruht in der prächtigen Basilika von Melk. In der Wallfahrtskirche St. Coloman in Schwangau befindet sich eine goldene Monstranz mit einer Reliquie des Heiligen. In Schwangau wird er insbesondere als Fürsprecher bei Krankheit und als Viehpatron verehrt.
Die Wallfahrtskirche St. Coloman
Weithin sichtbar erinnert die Wallfahrtskirche St. Coloman an den frommen Pilger. Laut Überlieferung stand bereits vor 1400 eine kleine Kapelle am Rastplatz von Coloman, zu der die Wallfahrer von weit her pilgerten. 1495 wurde dann an selber Stelle eine stilvolle gotische Kirche erbaut. Sie prägt noch immer St. Coloman, vor allem die östliche Außenansicht. Vom wertvollen Flügelaltar blieben zwei Tafelreliefs in der Sakristei und die Schnitzfiguren des Schreins von Meister Hans Kels erhalten. Nach dem Wüten der Pest und dem 30-jährigen Krieg konnte um 1670, dank Opfergaben, eine größere Kirche im neuen barocken Stil gebaut werden. Baumeister und Stuckateur war der junge Wessobrunner Johann Schmuzer. Der von italienischen Meistern inspirierte frühe Barock ist in der Kirche unverfälscht erhalten geblieben und von hoher kunsthistorischer Bedeutung. Die Einheit von großem Künstlertum, Religiosität und Tradition machen St. Coloman zu einem einzigartigen Meisterwerk im Einklang von Bau und Landschaft.